Forschungsberichte
Wir fangen da an, wo andere aufhören
Delinda, 2007, Leitweibchen der ehemaligen Bowtal-Wolfsfamilie
Quelle: Peter A. Dettling, www.terramagica.ca
Auch wenn wir anekdotische Erzählungen stets spannend finden und diese auch grundsätzlich ernst nehmen, veröffentlichen wir nur Feldforschungsberichte über Wolfs- und Hundeverhalten, die von unseren Projektberatern Dr. Paquet, Dr. Gibeau und Dr. Gansloßer inhaltlich überprüft worden sind. An Spekulationen, die fast immer auf irgendwelchen Verallgemeinerungstheorien basieren, möchten wir uns nicht beteiligen.
Gleiches gilt für unsere Bücher. Sämtliche Manuskripte wurden vor Veröffentlichung zwecks kritischer Korrektur namhaften Wissenschaftlern vorgelegt, die dies anhand ihrer Ausführungen im Vorwort eines jeden Buches bestätigen.
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ACHTUNG: Die nachfolgenden Kurzberichte sind urheberrechtlich geschützt. Auch bei auszugsweiser Weitergabe ist eine deutlich erkennbare Quellenangabe gesetzlich vorgeschrieben. Die Gesamttexte der hier veröffentlichten Zusammenfassungen sind NICHT gesondert bestellbar. Sie sind exklusiv nur über eine Wolfspatenschaft erhältlich.
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Abstrakt 1:
Die Dreiklassengesellschaft bei Hundeartigen aus verhaltensbiologischer Sicht
Erklärungsansätze zur Frühetablierung einer Sozialrangordnung, Persönlichkeit und zu Abwanderungstendenzen in Caniden-Verbänden
(Gesamttext: 15 Seiten, August 2010)
Udo Gansloßer beschreibt einige Erklärungsmodelle diverser Wissenschaftler, wonach ein unterschiedlich akzentuiertes Abwanderungsverhalten von Caniden offensichtlich schon in der früher Welpenphase vorbestimmt ist. Übereinstimmung besteht dahin gehend, dass Caniden schon im Welpenalter eine Art Mehrklassengesellschaft formen. Ein solches „Mehrstufenmodell“ besteht demnach aus dem ranghöchsten Individualtypus, dem Tiefrangigsten und einem sozialen Mittelfeld.
Abstrakt 2:
Das Adaptivverhalten von Timberwölfen im Banff Nationalpark
Anpassungsstrategien in einer vom Menschen dominierten Umwelt
(Gesamttext: 15 Seiten, Mai 2010)
Wölfe gelten gemeinhin als scheu. Dem jeweiligen Lebensraum und (habitat-spezifischen) Lebensbedingungen angepasst, können sie allerdings eine erstaunliche Verhaltensflexibilität an den Tag legen. Vor allem in Nationalparks zeigten sich in den letzten Jahren viele Wolfsindividuen wenig beeindruckt von menschlicher Präsenz. Aus diesem Grund gibt es seit einiger Zeit eine rege und zum Teil bizarre Diskussion zwischen Wissenschaftlern, Freilandforschern, Wildtiermanagern und der allgemeinen Öffentlichkeit darüber, was noch als „wild“ angesehen werden kann. Jedoch ist „wild“ ein rein menschliches Konzept.
Weiterlesen: Abstrakt 2: Das Adaptivverhalten von Timberwölfen im Banff Nationalpark
Abstrakt 3:
Wolf und Rabe
Langzeituntersuchungsergebnisse zur Sozialisation und zum Zusammenleben von zwei Arten in einer sozialen Mischgruppe
(Gesamttext: 19 Seiten, August 2009)
Im Laufe der Jahre ist die bundesdeutsche Hundeszene bedauerlicherweise auf dreifache Weise regelrecht Opfer einer verallgemeinernden Informationspolitik geworden. Erstens durch die generelle Leugnung einer Existenz von zwischenartlichen Dominanzbeziehungen bei Tieren. Die seien, wie man vielerorts hört und liest, "biologisch grundsätzlich sind vorgesehen". Ratsuchende werden, zweitens, dahingehend fehlinformiert, die Mensch-Hund-Beziehung stelle eine Besonderheit dar.
Abstrakt 4:
Ressourcenverteidigung und Teilung in Kanidengruppen
Das Wettbewerbsverhalten der Bowtal-Wölfe an Beutetierkadavern und einige zusammenfassende Bemerkungen zum Fressverhalten von verwilderten Haushundegruppen an Futterplätzen
(Gesamttext: 9 Seiten, April 2009)
Unseren Untersuchungsergebnisse zufolge bestimmen Kaniden die Veteidigung von Futter eben nicht grundsätzlich über eine Art "Dauerdominanz", sondern in situativen, bedarfsabhängigen Lebenslagen. Wir haben zwei Formen von Zugangssystemen zu Futter untersucht. In einem egalitären System sind die Ausgänge von wettbewerbsaggressiven Auseinandersetzungen rein motivationsabhängig. Alle Gruppenmitglieder teilen sich Ressourcen rang-, geschlechts- und altersunabhängig. Besitzeigentum wird respektiert. Der Gewinn einer Auseinandersetzung ist von der jeweiligen Situation abhängig. Hingegen kommt es einem strikten Dominanz-System zu einem ständigen Vortritt für bestimmte Individuen. Ein solches Verhalten ist eher caniden-untypisch.
Weiterlesen: Abstrakt 4: Ressourcenverteidigung und Teilung in Kanidengruppen
Abstrakt 5:
Verhaltensrepertoire von frei lebenden Wölfen
Untersuchungen zum interaktiven Verhalten zwischen Wolfseltern und ihren Welpen in drei typischen Lebenssituationen
(Gesamttext: 16 Seiten, Oktober 2005)
Dokumentiert man das Verhaltensrepertoire von frei lebenden Wölfen im Sommer, fällt zunächst die grundsätzlich gelöste, familienorientierte Atmosphäre an einem Höhlenkomplex auf. Viele Forscher haben im Verlaufe der letzten Jahrzehnte mannigfaltige Publikationen zur Beschreibung des sozialen Versorgungssystem des Wolfes veröffentlicht. Mit Vorlage dieses Berichts streben wir allerdings an, den unbestritten überwiegend beobachteten Verhaltensanteil von freundlichen Sozialkontakten (in der Norm zirka 70%) ausnahmsweise außer Acht zu lassen, um die Verhaltensreaktionen "leicht genervter" Elterntiere im Umgang mit allzu quirligen Welpen in sich häufig wiederholenden Lebenssituationen zu beschreiben.
Weiterlesen: Abstrakt 5: Verhaltensrepertoire von frei lebenden Wölfen
Abstrakt 6:
Fünf Jahre Verhaltensbeobachtungen an drei Wolfsfamilien
Bewertung des so genannten Alpha-Status und der im Hundeerziehungsbereich gebräuchlichen Begriffe Rudelführer und Dominanz
(Gesamttext: 11 Seiten, Januar 2006)
Wann und wo auch immer Diskussionen zum Thema moderne Hundeerziehung geführt werden, ist alsbald auch von DEM Alphawolf die Rede. Der Alphawolf dominiert (angeblich) alle anderen Rudelmitglieder nach Belieben und verhält sich ansonsten völlig willkürlich. Die in diesem Bericht veröffentlichten Untersuchungsergebnisse basieren auf unserer eigenen Themenwahl und der Hypothese, dass in einer Wolfsfamilie eine starre, vordergründig dominante Hierarchie schwerlich beobachtbar ist und das wölfische Eltern-Nachwuchs-Verhältnis in freier Wildbahn nicht vom Ausgang regelmäßig stattfindender Kampfhandlungen geprägt ist. Wir führten fünf Jahre lang von Anfang November 2000 bis Anfang April 2005 als Zweierteam intensive Verhaltensbeobachtungen an drei Wolfsfamilien durch.
Weiterlesen: Abstrakt 6: Fünf Jahre Verhaltensbeobachtungen an drei Wolfsfamilien
Abstrakt 7:
Langzeituntersuchungen zum Führungsverhalten
Zwei Wolfsfamilien in Banff Nationalpark
(Gesamttext: 12 Seiten, Januar 2006)
Basierend auf unseren Erfahrungen aus einem langjährigen Gedankenaustausch mit Hundehaltern verbinden viele Menschen den Begriff "Führerschaft" offensichtlich mit einem ganz bestimmten Individuum, das eine Gruppe alleine wegen seines höchsten Sozialstatus generell anführt. Mittlerweile verknüpfen einige Hundetrainer sogar ganze Ausbildungsphilosophien mit dem Führungsverhalten eines Alphawolfes. Wir stellen in diesem Zusammenhang die These auf, dass die Führung einer Wolfsfamilie noch lange nicht pauschal dem Alpharüden obliegt, sondern die Tiere vielmehr individuell je nach Motivationslage handeln.
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Abstrakt 8:
Kynologische Langzeituntersuchungen an der Bowtal-Wolfsfamilie
Präzisere Bewertung des Begriffs Futterrangordnung
(Gesamttext: 12 Seiten, Januar 2005)
In Gesprächen mit Hundehaltern vertraten diese in den letzten Jahren auffällig oft die These, der Mensch müsse beim Füttern seines Hundes jederzeit (nach Vorbild eines Wolfsrudels) die Chefrolle einnehmen, weil der Alphawolf beim Fressen schließlich auch immer seinen höchsten Sozialstatus demonstrieren würde. Wir haben das Fressverhalten einer Wolfsfamilie an insgesamt 19 Tierkadavern über drei Wintersaisons und zwei Sommersaisons zwischen November 2000 und April 2003 untersucht und dabei festgestellt, dass diese Pauschalaussage keinen Sinn macht. Während unserer Langzeituntersuchungen protokollierten wir insgesamt 355 mal die Anwesenheit von Wölfen in 43 unterschiedlichen Konstellationen.
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